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Bezirk Braunau zur Ăbersicht
Am 4. Mai gedenken Feuerwehren in ganz Ăsterreich ihrem Schutzpatron. Sein Name steckt in Funkrufnamen und man sieht ihn auf unzĂ€hligen Wandbildern und Fahnen. Doch hinter dem Namen steckt eine Geschichte, die vor fast 1.700 Jahren mitten in Oberösterreich begann.
Florian wurde um 250 nach Christus im heutigen Zeiselmauer bei Tulln geboren und arbeitete sich als römischer Offizier bis zum Leiter der Zivilverwaltung in Lauriacum â dem heutigen Lorch bei Enns â hoch. Als Kaiser Diokletian die Christen verfolgen lieĂ und 40 GlaubensbrĂŒder in Lorch gefangen und gefoltert wurden, reiste Florian aus seinem Ruhestand in St. Pölten eigens dorthin, um ihnen beizustehen. Er bekannte sich öffentlich zum Christentum, verweigerte die Unterwerfung und wurde dafĂŒr brutal bestraft: Am 4. Mai 304 warf man ihm einen MĂŒhlstein um den Hals und stĂŒrzte ihn in die Enns. Fromme Frauen bargen seinen Leichnam â an jener Stelle entstand spĂ€ter das Stift Sankt Florian bei Linz.
UrsprĂŒnglich wurde Florian gegen Wassergefahr angerufen â sein ErtrĂ€nkungstod war das Sinnbild. Im Mittelalter wandelte sich das Patronat hin zum Feuer. Legenden erzĂ€hlen, wie er als Kind ein brennendes Haus mit einem einzigen Holzeimer löschte. Im 16. Jahrhundert war er endgĂŒltig der Schutzherr gegen Brandgefahr. 1971 ernannte ihn die Diözese Linz zu ihrem ersten Patron. Im âFlorian-Jahr" 2004 â dem 1.700. Todesjahr des MĂ€rtyrers â beschloss die Oö. Landesregierung am 4. Mai, den heiligen Florian neben dem heiligen Leopold zum offiziellen Landespatron von Oberösterreich zu ernennen. Seither ist der 4. Mai ein schulfreier Tag.
Florianitradition im Bezirk Braunau â eine Geschichte seit 1895
Im Innviertel ist die Verehrung des heiligen Florian tief verwurzelt. Schon 1895 beging die Feuerwehr St. Pantaleon ein eigenes âFlorian-Amt". Weitere frĂŒhe Feiern sind von den Feuerwehren Lengau (1899), Maria Schmolln (1901) und Pischelsdorf (1903) bekannt. Von den meisten Feuerwehren wird bis heute am oder um den 4. Mai eine Florianifeier mit dem örtlichen Pfarrer gefeiert.
Eine besondere Tradition fĂŒhrte Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Rothwangl mit der Bezirks-Florianifeier ein. Die erste groĂe Feier fand am 6. Mai 1956 in der Wallfahrtskirche von St. Florian bei Helpfau statt â fast 600 FeuerwehrmĂ€nner aus dem ganzen Bezirk waren anwesend, darunter Landes-Feuerwehrkommandant Franz Hartl. Die zweite groĂe Bezirks-Florianifeier folgte am 28. April 1968 in Neukirchen an der Enknach mit rund 1.100 Kameraden. Nach einer umfangreichen Renovierung der Wallfahrtskirche fand die Feier am 5. Mai 1972 erneut dort statt und steht seither â mit einer Unterbrechung 1979 â jĂ€hrlich auf dem Programm des Bezirksfeuerwehrkommandos.
Das Bezirkskommando hat die Verbindung zur Wallfahrtskirche auch materiell gepflegt: Es spendete der Pfarrkirche Uttendorf-Helpfau einen von Herbert Brandstetter und Wolfgang Vierlinger â beide von der FF Mauerkirchen â gestalteten KirchenfĂŒhrer sowie im Jahr 2007 eine Florian-Votivkerze.
Eine Reliquie kehrt heim
Im Jahr 2004, dem 1.700. Todesjahr des heiligen Florian, geschah im Bezirk Braunau etwas Besonderes. Auf Initiative des damaligen Bezirksfeuerwehrkommandanten E-OBR Alfred Hacklmair wurde eine Reliquie des heiligen Florian aus Krakau nach Oberösterreich geholt und anlĂ€sslich der Bezirks-Florianifeier am 3. Mai 2004 feierlich ĂŒbergeben.
Was steckt dahinter? Nach dem Tod Florians im Jahr 304 wurde sein Leichnam in der NĂ€he des heutigen Stifts St. Florian bestattet. Im Jahr 1184 wurden bedeutende Teile seiner Reliquien nach Krakau ĂŒbertragen, wo sie bis heute in der dortigen Floriankirche aufbewahrt werden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden von dort immer wieder Reliquienpartikel weitergegeben â so auch an das Stift St. Florian.
Die ĂberfĂŒhrung des Jahres 2004 reiht sich in diese jahrhundertealte Tradition ein. Dass es ausgerechnet der Bezirk Braunau war, der diesen Schritt setzte, ist kein Zufall: Hacklmair, der die Bezirks-Florianifeier mit groĂer Ăberzeugung weiterfĂŒhrte und prĂ€gte, schuf damit eine spirituelle und symbolische Verdichtung â ein StĂŒck des heiligen Florian gehört seither auch offiziell zum Bezirk Braunau am Inn.
Ein aufrichtiger Dank
Was unsere FeuerwehrmĂ€nner und -frauen im Bezirk Braunau tagtĂ€glich leisten, ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Sie stehen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr in Bereitschaft â nicht weil sie mĂŒssen, sondern weil sie wollen. Weil ihnen ihre Gemeinschaft etwas bedeutet. Weil sie verstanden haben, dass Sicherheit kein Produkt ist, das man bestellt, sondern etwas, das Menschen mit ihrem persönlichen Einsatz erst möglich machen. Das Bezirksfeuerwehrkommando Braunau dankt von Herzen jedem einzelnen Kameraden und jeder einzelnen Kameradin fĂŒr dieses gelebte Ehrenamt â fĂŒr jeden Einsatz, jede Ăbung, jede Stunde in Bereitschaft. Gelebte Kameradschaft ist das Fundament, auf dem unser gesamtes Feuerwehrwesen ruht. Ein ebenso herzlicher Dank gilt den Familien und Angehörigen im Hintergrund â den Partnerinnen und Partnern, Eltern und Kindern, die mittragen, mitaushalten und mitermöglichen, dass ihre Liebsten fĂŒr andere da sein können. Auch sie leisten jeden Tag einen stillen, aber unverzichtbaren Beitrag. Danke.
Text & Fotos: © HBI d.F. Gerald Badegruber