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Allgemein Einsätze

11.05.2026 | 150 Einsatzkräfte, 29 Fahrzeuge, steiles Gelände – der Bezirk Braunau stellte seine Waldbrandbereitschaft unter Beweis.

Bezirk Braunau zur Übersicht

Am 09. Mai 2026 fand im Raum Kasberg / Steyrling im Bezirk Kirchdorf eine der größten Vegetationsbrandübungen statt, die bisher in Österreich durchgeführt wurden – mit über 415 Einsatzkräften, Löschflugzeugen, Hubschraubern und internationaler Beteiligung. Neben 57 Feuerwehren waren Kräfte der Bergrettung, Polizei, des Roten Kreuzes, des Bundesheeres, des ÖAMTC sowie Flughelfer und Spezialkräfte für Vegetationsbrandbekämpfung aus Deutschland eingebunden.

Mittendrin: die Waldbrandbereitschaft des Bezirkes Braunau.

Bereits am Freitag, 08. Mai, rückte das Vorauskommando unter BR Johann Treiblmaier um 15:00 Uhr ins Übungsgebiet ab. Aufgabe: Lageerkundung, Beurteilung der Zufahrtswege und Abstimmung mit der Einsatzleitung am Holzplatz Brunnental. Die Erkenntnisse waren herausfordernd – denn die Auffahrt über die Forststraße hatte es in sich: einspurig, steil, viele Kehren, gut beschildert und mit Verkehrsleitkegeln gesichert, aber trotzdem eine echte Herausforderung für die Fahrzeugkolonne. Am Freitagabend um 20:00 Uhr folgte eine Teams-Besprechung mit den Zugskommandanten, bei der die Erkenntnisse des Vorauskommandos weitergegeben und die Aufträge für den Samstag koordiniert wurden.

Am Samstag, 09. Mai, um 05:45 Uhr rollten dann 29 Fahrzeuge mit 157 Feuerwehrmitgliedern aus 26 Feuerwehren beim FWH Altheim ab – aufgeteilt in fünf FKAT-Züge:

🔹 Kommandozug (BFKDO, FF Eggelsberg, FF Uttendorf, FF Altheim) 
🔹 1. Zug TLF (FF Hochburg, FF Jeging, FF Mining, FF Moosbach, FF Eggelsberg) 
🔹 2. Zug LF (FF Überackern, FF Ranshofen, FF Munderfing, FF Wildenau, FF Tarsdorf, BtF AMAG) 
🔹 3. Zug Technik (FF Ranshofen, FF Maria Schmolln, FF Haselbach, FF Schalchen, FF Braunau, FF Frauschereck) 
🔹 Versorgungszug (FF Gilgenberg, FF Schneegattern, FF Polling, FF Geretsberg, FF Mauerkirchen, FF St. Peter)

Schon nach der Anreise wartete die eigentliche Bewährungsprobe: Im steilen alpinen Gelände musste sämtliches Einsatzmaterial mit reiner Muskelkraft bewegt werden – Schläuche, tragbare Pumpen, C/D-Material, Rucksäcke und Handwerkszeug den Berg hinauf. Das ging an die Substanz und verlangte den Kameradinnen und Kameraden körperlich alles ab.

Der Zug Braunau übernahm die Bekämpfung der Flanke am Jausenkogel und baute eine Relaisleitung vom Abschnitt Mulde bis zum Berg auf – um das Tal über die Brandbekämpfungslinie von Berg Jausenkogel bis Gipfel Schwalbenmauer via Wanderweg abzusichern. Noch vor der ersten Bergfahrt wurde umgruppiert: Alle TLF wurden in einem Zug zusammengefasst, die Mannschaften oben am Berg mit der Ausrüstung abgesetzt. Pumpen- und Sonderfahrzeuge zogen so weit wie möglich nach oben, ebenso die Führungsfahrzeuge der Züge und des Kommandozugs. Die Abstimmung mit der Einsatzleitung am Holzplatz Brunnental, der gleichzeitig als provisorischer Hubschrauberlandeplatz diente, war dabei entscheidend. 14 Tanklöschfahrzeuge stellten im Pendelverkehr die Wasserversorgung im Übungsgebiet sicher.

Am Bereitstellungsraum übernahm der Versorgungszug die Betreuung der eingesetzten Kräfte: mobile Diesel- und Benzintankstelle, eine kleine Werkstatt für Reparaturen, Lagerung und Tausch von Equipment, Getränkeversorgung ab dem Vormittag und eine Mahlzeit nach der Übung. Wie im FKAT vorgesehen, war jede Einsatzkraft in den ersten Stunden für die eigene Versorgung – Frühstück, Jause, Getränke – selbst zuständig. Das Handynetz war im Übungsgebiet nur eingeschränkt verfügbar, was die Kommunikation zusätzlich erschwerte.

Gegen 11:25 Uhr musste der Flugbetrieb aufgrund einer aufziehenden Gewitter- und Sturmfront eingestellt werden. Um 11:30 Uhr wurde die Übung aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Der Rückzug aller Kräfte und Gerätschaften aus dem alpinen Gelände verlief koordiniert und sicher.

Insgesamt legten die Braunauer Einsatzkräfte an diesem Tag über 8.300 Kilometer zurück.

Diese Übung hat gezeigt: Die Waldbrandbereitschaft im Bezirk Braunau steht. 26 Feuerwehren, die gemeinsam anpacken – unter härtesten Bedingungen, im steilsten Gelände, mit vollem Einsatz. So sieht Katastrophenschutz für unsere Bevölkerung aus. 

Ein großes Dankeschön an alle 157 Kameradinnen und Kameraden, die ihren freien Samstag geopfert haben, um bei dieser Übung dabei zu sein. Und ein ebenso großer Dank geht an das Bezirksfeuerwehrkommando Kirchdorf an der Krems und die gesamte Übungsleitung – für die hervorragende Organisation und die Gelegenheit, Teil dieser großartigen Übung sein zu dürfen.

 

Text & Fotos: © HBI d.F. Gerald Badegruber

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