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Übung und Ausbildung Allgemein

18.04.2026 | Alarmstufe 3 in Ernsting: Einsatzkräfte proben den Ernstfall am landwirtschaftlichen Objekt

Bezirk Braunau zur Übersicht

Ernsting, 18. April 2026 – früher Samstagnachmittag in Ernsting: Was als beschauliche Geburtstagsfeier auf einem Bauernhof begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem fächerübergreifenden Großeinsatz. Unter dem Alarmstichwort „Brand Heuboden – zahlreiche vermisste Personen“ fand eine großangelegte Alarmstufe-3-Übung statt, die den 137 beteiligten Kameradinnen und Kameraden einiges abverlangte.

Die Feuerwehr Ernsting, die als Ausrichter fungierte, hatte gemeinsam mit zwei erfahrenen Übungsausarbeitern ein Szenario geschaffen, das an Realismus und Komplexität kaum zu überbieten war.

Dramatische Lage: Realitätsnahe Darstellung durch Darsteller

Die Ausgangslage war kritisch: Ein Brand im Heuboden eines alten Stallgebäudes während einer Geburtstagsfeier. 13 Kinder sowie ein Erwachsener galten als vermisst. Ein besonderer Dank gilt hierbei den Jugendlichen (unter anderem aus der Feuerwehrjugend), welche die vermissten Kinder darstellten. Durch ihre Anwesenheit wurde eine realistische Stresssituation für die Atemschutztrupps geschaffen, die weit über das Training mit Übungspuppen hinausging.

Während der ersteingetroffenen Kräfte mit der Erkundung begannen, spitzte sich die Lage weiter zu:

  • Eingeklemmte Person: Es wurde bekannt, dass der Bauer (vermisster Erwachsener) zuletzt an einem Fahrzeug in der Werkstatt gearbeitet hatte. Er wurde schließlich als Übungspuppe unter einem Auto eingeklemmt aufgefunden und musste befreit werden.
  • Brandausbreitung: Das Feuer griff auf ein Nebengebäude über, in dessen Obergeschoss ein weiteres Kind am Fenster gesichtet wurde.
  • Personenerfassung: Im Laufe der Übung konnte eine wichtige logistische Entwarnung gegeben werden: Die anfänglich vermisste große Anzahl an Kindern wurde wohlbehalten bei ihren Eltern zu Hause angetroffen – eine wertvolle Lektion für die Einsatzleitung im Bereich der Personenerfassung und der dynamischen Lageentwicklung.

Strategische Führung: EFU Wildshut und Abschnittsbildung

Bei einer Schadenslage dieser Größenordnung ist eine klare Führungsstruktur entscheidend. Die Einsatzführungsunterstützung (EFU) Wildshut arbeitete dem Einsatzleiter (EL) der FF Ernsting unmittelbar zu. Gemeinsam mit dem anwesenden Abschnittsfeuerwehrkommandanten (AFK) Alois Sommerauer, der die EFU tatkräftig unterstützte, wurde die Einsatzstelle in vier strategische Abschnitte unterteilt:

  1. Wasserversorgung
  2. Innenangriff
  3. Außenangriff
  4. Betreuungsstelle

Herausforderungen: Wasserlogistik und Atemschutz-Kapazitäten

Zwei Faktoren stellten die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen:

  • Prekäre Wasserversorgung: Obwohl mehrere Entnahmestellen vorhanden waren, lagen diese weit entfernt und erwiesen sich als wenig ergiebig. Dies erforderte den Aufbau langer Leitungen und ein kluges Wassermanagement durch den Abschnitt „Wasserversorgung“.
  • Atemschutz-Bedarf: Das weitläufige und verrauchte Areal forderte eine hohe Anzahl an Atemschutztrupps. Die Übung zeigte deutlich auf, dass in einem Realbrand dieser Größenordnung ein massiver und frühzeitiger Abruf von Atemschutzreserven essenziell ist.

Trotz dieser Hürden gelang die Rettung der Kinder vom Heuboden professionell unter dem Einsatz der Drehleiter.

Starkes Zeichen der grenzübergreifenden Zusammenarbeit

Insgesamt 12 Feuerwehren arbeiteten Hand in Hand: FF Ernsting, FF Geretsberg, FF Franking, FF Ostermiething, FF Tittmoning (Bayern/D), FF Eggelsberg, FF Trimmelkam, FF Wildshut, FF St. Pantaleon, FF Hochburg, FF Tarsdorf und FF Haigermoos. Die Teilnahme der Kameraden aus dem bayerischen Tittmoning unterstrich die Bedeutung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Gerade bei Großschadenslagen wie dieser ist das gemeinsame Üben über die Staatsgrenzen hinweg eine wertvolle Hilfe, um im Ernstfall perfekt aufeinander abgestimmt zu sein.

Warum sind solche Alarmstufe-3-Übungen so wichtig?

Übungen in dieser Größenordnung sind für die Sicherheit unserer Region von fundamentaler Bedeutung:

  1. Schnittstellenmanagement: Das Zusammenspiel zwischen Einsatzleiter, EFU und den einzelnen Wehren muss blind funktionieren. Kommunikation über Funk und klare Befehlswege werden hier unter Stress gefestigt.
  2. Logistische Grenzen erkennen: Erst bei einer Großübung zeigt sich, ob die geplante Wasserversorgung für ein spezielles Objekt tatsächlich ausreicht oder wo im Ernstfall alternative Strategien nötig sind.
  3. Ortskenntnis: Für die Feuerwehren des Abschnitts ist es wichtig, die Besonderheiten großer landwirtschaftlicher Objekte im Pflichtbereich der Nachbarn zu kennen.

Danke an alle teilgenommenen Wehren und besondeers bei der FF Ernsting, den Übungsausarbeitern und dem AFK für die professionelle Zusammenarbeit. Solche Übungen sind die Garantie dafür, dass die Hilfe im Ernstfall funktioniert.

Text & Fotos: © OBI d.F. Lisa Romako

Alle Fotos gibts hier:

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