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Bezirk Braunau zur Übersicht
Am Donnerstag, den 29. Jänner, wurde die Feuerwehr Weng um 07:25 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit dem Einsatzstichwort „LKW gegen Hausmauer“ alarmiert. Wie bei vielen Werktagseinsätzen war die personelle Verfügbarkeit anfänglich eingeschränkt. Dank der hervorragenden Unterstützung der örtlichen Betriebe konnte jedoch rasch und vollständig ausgerückt werden. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr Altheim mitalarmiert.
Lage beim Eintreffen
Bei der Lageerkundung durch Einsatzleiter E-OBI Hargassner Anton zeigte sich ein komplexes und gefährliches Szenario: Ein LKW war frontal in die Fassade eines Wohngebäudes geprallt und teilweise in dieser stecken geblieben. Teile der Hausmauer hatten sich auf das Fahrzeug gelegt. Besonders kritisch war die Nähe zum Gehsteig, der als Schulweg genutzt wird. Glücklicherweise befanden sich weder Personen unter dem LKW noch im Gebäude. Aufgrund der instabilen Gebäudestruktur war ein sicherer Zugang für Rettungsdienst und Notarzt jedoch zunächst nicht möglich.
Gebäudesicherung und Vorbereitung der Crashrettung
Um die Einsatzkräfte zu schützen, wurde sofort gemeinsam mit der FF Altheim mit der Stabilisierung des betroffenen Gebäudeteils begonnen. Parallel wurden zwei Teleskoplader angefordert. Mit den Richtstützen des RLF Altheim sowie einem Teleskoplader, der den Giebel mittels Palette abstützte, konnte die Gebäudestruktur so weit gesichert werden, dass eine rasche und dennoch sichere Crashrettung eingeleitet werden konnte.
Gleichzeitig wurden zwei Zugänge zum Fahrerhaus geschaffen:
- FF Weng: Öffnung der Fahrertür mittels hydraulischem Rettungsgerät
- FF Altheim: Zugang über die Beifahrerseite mittels hydraulischem Rettungsgerät
Dadurch konnte ein Innerer Retter zum Patienten vordringen und die medizinische Erstversorgung im Fahrzeug sicherstellen.
Crashrettung und Patientenversorgung
Nach der Gebäudestabilisierung und der Schaffung beider Rettungszugänge wurde die Crashrettung zügig durchgeführt. Um 08:00 Uhr konnte der verletzte Fahrer aus dem stark deformierten Führerhaus befreit und dem Notarzt übergeben werden. Anschließend wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Wels geflogen.
Weitere Maßnahmen – Gebäudesicherung und Fahrzeugbergung
Da frühzeitig klar war, dass der LKW ohne zusätzliche Baumaßnahmen nicht geborgen werden konnte, wurden bereits während der Crashrettung ein Statiker (Ankunft 08:45 Uhr) sowie eine Baufirma (Ankunft 07:50 Uhr) nachalarmiert. In enger Zusammenarbeit zwischen Baufirma und FF Weng gelang eine umfassende Gebäudestabilisierung. Gegen 12:00 Uhr konnte der LKW kontrolliert aus der beschädigten Fassade gezogen werden. Die Straßenmeisterei unterstützte im Anschluss die Feuerwehr bei der Beseitigung der großen Mengen ausgelaufenen Öls. Der Gehsteig wurde aus Sicherheitsgründen nach Ende der Aufräumarbeiten durch die Gemeinde Weng um 16:00 Uhr bis auf weiteres gesperrt.
Einsatzkräfte
FF Weng, FF Altheim, Rotes Kreuz, Notarzt, Polizei, Statiker, Baufirma, Straßenmeisterei
Fazit
Der Unfall stellte aufgrund der Gebäudebeteiligung, der instabilen Lage sowie der eingeschränkten Zugänglichkeit hohe Anforderungen an alle Einsatzkräfte. Dank der raschen Alarmierung, der ausgezeichneten Zusammenarbeit der Feuerwehren Weng und Altheim sowie der professionellen Unterstützung durch alle weiteren Organisationen konnte der Einsatz effizient und sicher abgearbeitet werden. Der Fahrer konnte innerhalb kurzer Zeit gerettet und medizinisch versorgt werden.
Text: HBI Bernhard Raschhofer
Fotos: © FF Weng